Reisebericht Südafrika (25.03. - 13.04.2026)
Am frühen Morgen des 26.03. landet `unser´ Lufthansa-Flieger am Johannesburger Flughafen, im
Wirtschaftszentrum des Landes. Unser Reiseführer Jürgen sammelt unsere kleine 12-köpfige Gruppe
und auf geht’s im kleinen Bus Richtung Osten durch die Provinz Mpumalanga; Jürgen und unser
Fahrer Erik geben die Orientierung vor. Die Region um Johannesburg ist reich geworden durch den
Erdbau (so durch die Entdeckung der Goldvorkommen). Auf endlos gerade Straßen fahren wir zu-
nächst durch ein flaches, wenig dicht besiedeltes Land. Mächtige Kohlekraftwerke mit entsprechen-
den Abraumhalden und landwirtschaftliche Felder (Mais) sowie große Rinderfarmen bestimmen
das Landschaftsbild mit seinen roten Böden. An einer Wasserstelle sehen wir die ersten Antilopen
und Nashörner. Später verlassen wir bei eMakhazeni/Belfast die weite Ebene des Lowveld (flache
Tiefland) und die N 4.
Wir haben die hügeligen Ausläufer der Kleinen Drakensberge erreicht und fahren durch kleine,
alte Ortschaften (wie Dullstroom und Lydenburg – `Ort des Leidens´, geht auf das einst mühsame
Leben der weißen Siedler bei einer Malaria-Epedemie zurück). Wir befinden uns auf etwa 2.000
Höhenmeter. Eine schöne Tal- wie Berglandschaft mit baumlosen, abgerundeten Bergen und großen
Grasflächen. Die ersten rötlichen Felspartien kommen in Sicht und wir erreichen Ohrigstad und
unsere erste Lodge, die Hannah Game ist ein Familienbetrieb. Auf einem Hang stehen die
reetgedeckten Chalets. Vom Hang hat man einen schönen Blick über die Buschlandschaft, insbesondere
auf die vielen Antilopen, die auf den Grasflächen weiden. Vor dem Abendessen unternehmen wir
noch im Geländewagen durch den Busch und entdecken Springböcke, Gnus, Büffel und Affen.
Am nächsten Tag (27.04.) fahren wir auf das höher gelegene Highveld entlang der berühmten
Panorama Route. Zunächst führt der Weg durch große mit Netzen bedeckte Zitrusfrüchte-Plan-
tagen (kernlose Früchte nach EU-Wunsch), dann hinauf in eine bewaldete, wilde Berglandschaft.
Steil ragen senkrechte, rote Sandstein-Felsbänder der 2.000 m hohen Kleinen Drakensberge mit
einer Abbruchstufe über das Lowveld, empor. Auf engen Kurven geht es steil bergauf zum ersten
Höhepunkt des Tages, an den Rand des Blyde-River-Canyons. In einer faszinierenden 26 km lange,
rund 800 m tiefe bewaldete Schlucht, ziehen in engen Schleifen die Wassermassen ins Tal. Vom
Aussichtspunkt blicken wir über die grüne Gebirgslandschaft sowie über die Schlucht auf die imposanten Felsformationen, die aus dem Canyon aufragen, die Three Rondavels. Die gewaltigen, runden Felsen wirken wie überdimensionale afrikanische Rundhütten. Infolge feuchter Wolkenschichten bleibt uns der anschließend geplante Blick vom Aussichtspunkt God´s Window auf das 1000 m tiefer liegende Lowveld verwehrt.
Wir halten beim Sabie Wasserfall, der sich 73 m in die Schlucht stürzt. Mit einem Aufzug geht es in die Tiefe und wir wandern durch den faszinierenden, subtropischen Regenwald wieder hinauf. Dann wartet im Örtchen Graskop Harry´s Pancakes mit seinen unterschiedlichen Füllungen auf uns. Durch immer grünen Regenwald fahrend, machen wir an-
schließend bei den Lisbon-Wasserfällen einen Stopp, teils kaskadenartig stürzt das Wasser 93 m in
die Tiefe. Durch eine bergige Landschaft mit Kiefer- und Eykalyptus-Plantagen, erreichen wir das
Städtchen Sabie und genießen im Valley Coffee nach einer sachkundigen Einführung der Besitzerin
zum Anbau und Verarbeitung der Bohnen - (ihre Kaffeebohnen erhalten sie aus Sambia, die niedrigere Höhenlage von Sabie ist nicht für die Kaffeepflanzen geeignet) - eine Tasse Arabica-Kaffee mit
Schokokuchen. Anschließend fahren wir zu unserer im Wald des privaten Marloth-Naturreservat
liegende Maqueda-Lodge. Sie liegt am südlichen Eingang zum Krüger Nationalpark.
Der Krüger Nationalpark ist ein Wildtier Reservat von einer Gesamtfläche von der Größe Bayerns
und ist eine offene Gras-/Savannen-Buschlandschaft. Paul Kruger, ein „kauziger“ Bure, wurde 1883
Präsident von Transvaal. Er, selbst Großwildjäger, plädierte für die Abschaffung des Jagdrechts und
erklärte die Wildnis zwischen den Flüssen Sabie und Crocodile zum Schutzgebiet. „Für alle Zeiten“
soll ein Gebiet von dem Eingriff der Menschen bewahrt werden. 1926 wurde schließlich die Einrichtung des Kruger-Nationalparks im Parlament verabschiedet. Gegen die Einrichtung argumentierten die Urvölker der San und Khoikhoi mit ihren Ansprüchen auf Landrückgabe; schwarze Farmer und Kleinbauern, die abgetretenes Territorium zurückhaben wollte; arme Dorfbewohner,an den Parkrändern, die nicht verstanden, warum sie hungern sollten, während Wildtiere ihre spärlichen Felder verwüsteten; sowie politische Gruppen, denen die Finanzierung der ehemaligen Spielwiesen weißer Großwildjäger und betuchter Fototouristen angesichts der sozialen Verwerfungen Südafrikas zu weit ging. Der heutige Nationalpark ist Heimat von über 150 Säugetieren und über 500 Vogelarten. Auf südafrikanischer Seite leben zum Beispiel 2.000 Löwen, ca. 2.200 Nashörner und geschätzte 17.000 Elefanten – mehr sollten es aus ökologischen Gründen auch nicht sein, denn
immerhin vertilgt ein ausgewachsener Elefant ganze 200 kg Grünzeug am Tag.
Am 28.03. brechen wir am frühen Morgen mit Jürgen und einem Ranger zu einer ganztägigen
Safari auf. Im offenen Geländewagen streifen wir durch das offene Grasland und die Savanne. Eine
offene, riesige leicht wellige Buschwaldebene ohne Zäune - ein faszinierendes, unvergessliches
Erlebnis! Herden von Antilopen, so die anmutigen Impalas (nur die Männchen tragen Hörner),
Springböcke (hier tragen Männchen und Weibchen Hörner) und die größeren Kudus mit ihren
spiralförmigen Hörnern (nur die Männchen); Herden wuchtiger Gurus, Warzenschweine mit ihren
gewaltigen Hauern und leicht unterschiedlich enggestreifte Zebras; Giraffen, die majestätisch ihre Bahnen
ziehen, oft erscheinen nur ihre Köpfe, die die grünen, dornigen Akazienblätter der hohen Bäume ab-
zupfen; mächtige Elefanten mit Jungen streifen durch die Buschwelt, ebenso Hyänen. Wir erleben
ein Löwenpaar und später an einem Fluss mehrere Nilpferde und natürlich ständig eine farben-
prächtige Vogelwelt. Dies alles erleben wir teils in unmittelbarer Nähe und mit einem meist unbekümmerten Verhalten der Tiere. Die vorherrschende Stille in der endlosen Weite wird nur von Tier- oder Vogelstimmen bereichert. Von den berühmten `Big Five´ wurde nur der Leopard von uns nicht gesichtet. Nach der Rückkehr zu unserer Lodge besteht noch die Möglichkeit zu einer kleinen Wanderung durch das Marloth-Naturreservat. Der Tag schließt mit einem südafrikanischen Braai –
einem traditionellen Grillabend mit reichlich Fleisch ab.
Am nächsten Tag (29.03.) verlassen wir die Lodge und fahren in Richtung Indischen Ozean durch
eine subtropische Klimaregion mit Zitrusfrüchtenanbau, später durch triste Zuckerrohrfelder und
bis zur Grenze durch eine bewaldete, d.h. verbuschte Berglandschaft, bis wir das Königreich Eswatini (bis 2018 offiziell Swasiland) erreichen.
Eswatini ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika, es grenzt an Mosambik und Südafrika, und hat etwa 1,2 Millionen Einwohnern und ist halb so groß wie Nordrhein-Westfalen. Nationalfeiertag ist der 6. September, der Jahrestag der Unabhängigkeit (vom Vereinigten Königreich) im Jahr 1968. Die Staatsform ist faktisch eine absolute Monarchie,
die letzte absolute Monarchie Afrikas. Eswatini ist hoch verschuldet und steht wegen der Verschwendungssucht seines Herrschers vor dem Staatsbankrott. Beim Import und Export ist es stark von Südafrika abhängig. Über 90 % der Bevölkerung gehören dem Bantuvolk und der Swasi an. 90 % der Bevölkerung gehören dem Christentum an. Das Land liegt durchschnittlich etwa 700 m hoch und besteht aus fruchtbarem Hügelland.
Wir fahren von der Grenzstation zunächst zur Hauptstadt Mbabane bis der lokale Reiseleiter
Clement Maziya einsteigt und uns Aspekte „seines“ Land, das Leben der Swazi, seine Riten und
politische Struktur erklärt. Auf der Weiterfahrt durch das Ezulwini Valley und vom Talbecken zur
schön auf einer Bergkuppe gelegenen Stadt Manzini und machen später bei einem Kunsthand-
werker- sowie Swasi-Kunstmarkt stopp. Am Nachmittag starkes Gewitter. Wir übernachten in dem
auf einer Anhöhe gelegenen Mogi Boutique Hotel, welches sich in einem schönen subtropischen
Garten befindet.
Am 30.03. verlassen wir das Königreich Eswatini mit Blick auf seine vielgestaltige, bergige Land-
schaft mit vielen kleinen Dörfern/Siedlungen (einstöckige, niedrige, quadratische, verstreut liegende
Häuser), horizontale Felder sowie kantige Felsklippen bzw. abgerundete Felsklötze an den Hängen
und fahren durch eine breite, grüne Ebene (mit Bananen- und Zuckerrohranbau) auf die südafrika nische Grenze zu. Die anschließende Landschaft bis zu unserem Tagesziel St. Lucia ist plan bis wir den
Hluhluwe-Imfolozi Nationalpark erreichen.
Hier besteigen wir einen offenen Geländewagen und fahren durch eine hügelige, von Flüssen durchzogene
Buschlandschaft eines der ältesten Naturschutzgebiete Afrikas (1895). Hier leben insbesondere Breit- und Spitzmaulnashörner und Elefanten in weiten Grassavannen sowie üppiger Buschvegetation. Wir entdecken die elegant hüpfenden Nyalas, 2 Löwen, Elefanten, mehrere Wurzelschweine, einzelne Breitmaulnashörner und herrlichen
Vögeln, wuchtige Wasserbüffel die ein Schlammbad nehmen. Häufig in diesen Tagen sehen wir Fie-
berbäume (eine Akazienart), die eine Höhe bis zu 25 Meter erreichen können. Die gerundete, sich
ausgebreiteten Schirmakazien weisen sich weiterhin mit ihrer grünlich-gelben bzw. schwefel-gelben
Rinde aus. Oft, freistehend auf einen Hügel-/Bergrücken, geben sie eine beeindruckende Silhouette,
ebenso wie die schönen, mächtigen Baobab-Bäume. Auf den spätabendlichen Heimweg zu unserer
Unterkunft in St. Lucia, dem Serene Estate, entdecken wir ein mächtiges Flußpferd, welches fres-
send über die Grasflächen zieht. Ebenso begrüßt uns eine am Gartengeländer spielende Affen-
gruppe.
Unterwegs um St. Lucia (31.03.) Am Vormittag unternehmen wir mit unserem Bus eine Fahrt
durch den iSimangaliso Wetland Park, eine Landschaft mit Feuchtgebieten/Sumpfwäldern und
hohen, bewaldeten Küstendünen. Wir erleben u.a. mehrere Kundus (erfahren, dass ihr gewundenes
Geweih alle 5 Jahre eine neue Windung bekommt und wenn die Spitzen weiß werden/sind, dann ist
die Wachstumsendphase erreicht), Antilopen, Zebras, Elefanten und Warzenschweine. Am Nach-
mittag steigen wir in ein flaches Pontonboot und unternehmen auf dem Lake St. Lucia, einem
großen Mischwassersee, eine ruhige, stimmungsvolle Fahrt. Der See ist bekannt für seine große
Anzahl von Krokodilen und Flusspferden sowie viele Vogelarten (so können wir einen Weißkopf-
adler beobachten). Am faszinierendsten aber ist die Ansammlung von Flusspferden, die in unmittelbarer Bootsnähe miteinander kämpfen/spielen und ihrer massiger Kopf mit breiten Maul ihre Schneidezähne und insbesondere die unteren Eckzähne zeigt. Beeindruckend auch ihre großen Augen, die oft nur alleine bzw. zuerst aus dem Wasser auftauchen. Der Tag verabschiedet sich mit einen eindrucksvollen Sonnenuntergang- und Vollmond-Stimmung.
Heute (01.04.) geht es in den Süden. Auf langen, schnurgeraden Straßen fahren wir durch Eukalyptus-Plantagen, mit ihren nackten, senkrechten Stämmen, bis wir bei KwaDukuza ins Landesinnere abbiegen, in die Provinz Kwazulu-Natal, das Zululand, wo ein Großteil der Südafrikanischen Gschichte geschrieben wurde. Hier erinnern Schlachtfelder (die `Battlefields) an die Kämpfe zwischen Zulu, Briten und Buren. Der Stamm der Zulu ist die größte Ethnie Südafrikas. Die Provinz KwaZulu-Natal ist ihr angestammter Lebensraum. Landhungrige englische und auch deutsche Siedler
besiedelte im 19. Jhr die Region und vertrieben die hoffnungslos unterlegenen Xhosa.
Die Voortrekker, die über 10.000 weißen Siedler, ganz überwiegend Buren, drangen mit ihren Ochsenwagen im
Zuge des Großen Treck ab 1835 vom Kap aus nach Osten vor; zutiefst gläubig und entschlossen.
Unsere Strecke führt zunächst durch eine wellige, reizvolle Hügellandschaft - „die englisch anmutende, lieblich-grüne Fünfuhrtee-Hügellandschaft der Midlands“, relativ dicht besiedelt mit größeren Orte/Städtchen (teils mit Moscheen), oft in Flusstälern liegend, mit Weideflächen und Zuckerrohrplantagen. In der Nähe des Städtchens Greytown besuchten wir in der kleinen Ortschaft Hermannsburg, eine ehemalige deutsche Missionsstation (lutherisch/neuapostolisch mit Mission House
Museum), und wurden bei einer einheimischen Familie mit deutschen Wurzeln zum Essen eingela-
den. Über die viktorianische Stadt Pietermaritzburg erreichten wir das in der Nähe des Städtchens
Howick gelegene Nelson Mandela Capture Site Memoria. Neben einem beeindruckenden Museum,
markiert ein Denkmal aus Eisenstelen an Mandelas Gefangennahme am 5. August 1962, welches
der Beginn seiner 27 Jahre dauernde Haft war. Durch die Midlands mit ihren sanft gerundeten Hü-
geln, grünen Wiesen und Tälern fahrend erreichten wir – die ersten Berghänge der Drakensberge in
Sicht - unsere in der Nähe der Ortschaft Underberg gelegene Amazian Mountain River Lodge. Aus
einem verfallenen Farmhaus erschafften die Besitzer eine gemütliche Unterkunft, samt weitläufigen
Garten und Blick über ein nahe Flusstal.
Am 02.04. (Lilo wird zunächst mit einem Lied zu ihrem Geburtstag begrüßt)
geht es hinauf auf die alpin anmutende Bergwelt der Drakensberge und zum Königreich und Inselstaat Lesotho.
Die Drakensberge, bei uns konkret der östliche Abschnitt, der `uKhahlamba-Drakensberg´, ist ein bis
knapp 3500 m hoher, eindrucksvoller, alpiner Gebirgszug aus Basaltgestein. Neben bizarren Gipfeln
auch flache Bergrücken. Die extreme Verwitterung schuf tiefe Spalten, Schluchten und Wasserfällen
in den steilen Hängen. Über eine grüne Wiesenlandschaft mit kleinen Seen fahren wir nach Under-
berg und setzen uns in einen Off-road-Geländewagen. Mit mit Blick auf den baumlosen östlichen
Gebirgskamm geht es in ein Flusstal. Beidseitig steile Berghänge, zunächst grüne Graspolster, je
höher dann braune Berghänge/senkrechte Felswände mit teils rötlichen Sandsteinbändern. Nach der
Grenzdokumentierung wird das Tal immer schmaler und in einem steilen Hang mit einer Serie von
spektakulären Haarnadelkurven schraubt sich der Geländewagen auf der steinigen/felsigen, abenteuerlichen Schotterpiste den letzten 1000 Höhenmetern immer höher hinauf. Auf der Sanipass Höhe von 2876 m hier passieren wir die Grenze zum Königreich Lesotho. Wir blicken wir auf eine raue, kahle, wellige Landschaft mit Schafen und den für die Region typischen Rundhütten. In einer Rundhütte erhalten wir einen kleinen Einblick in die einheimische Kultur der Bevölkerung. Mit
einem herrlichen Blick auf das weite, lang-gestreckte Gebirgstal erleben wir erneut die holprige Rückfahrt; am linken Talhang bilden hintereinander gereihte grüne Bergwellen an den Hang ein stimmungsvolles Bild.
Der nächste Tag (03.04.) führt durch die herrlichen, grünen, welligen Ausläufer der Drakensberge
mit Blick auf dessen östlichen Gebirgszüge. Morgennebel liegt über den Tälern, die Bäume zeigen
erste herbstliche Färbung. Eine sanfte, ruhige, schöne Hügelfläche mit Schafen und Rindern und in
der weiten Sicht kleine pyramidenförmige Kegel- wie Tafelberge, vorbei an kleinen Flusstälern
sowie Siedlungen. Im Städtchen Kokstad machen wir eine Kaffeepause. Danach geht es auf der N 2
Richtung Süden/East London am Indischen Ozean. Wir verlieren an Höhe, durchqueren breite, tiefe
Flusstäler, vorbei an Siedlungen mit kleinen einstöckigen Häusern, und teils kleine Moscheen. Im
Bus machen Macadomia-Nüsse und Biltong (trockenes Fleisch) wie oft die Runde. Wir befinden
uns in den ländlichen Gebiet des ehemaligen Homeland Transkei, das Stammland der Xhosa mit
ihren traditionellen Rundhütten. Endlose Weite mit flachen Bergen/Hügeln und trockenen Gras-
flächen - selten Waldflächen. Bizarre, mächtige Baobads (Affenbrotbäume) überragen hin und
wieder die Grassavanne. So erreichen wir die große Stadt Mthatha/Umtata und anschließend das
Xhosa-Dorf Qunu, der Region, in der Nelson Mandela seine Kindheit verbrachte. Kurz nach Qunu
verlassen wir die N 2 und fahren auf einer kleinen Stichstraße zur `Wild Coast´ – der wilden Küste
der Xhosa. Sie verdankt ihren Namen vorgelagerten Riffen und Untiefen, die zahlreiche Schiffe auf
Grund brachten – eine wilde, zerklüftete Küstenlinie mit steilen Klippen/Riffen und feinen
Sandbuchten. Unser Seagulls Beach Hotel liegt direkt an der naturbelassenen Wild Coast, umgeben
von sanften Hügeln und Strandwäldern. Auf der Terrasse Blick über das Meer und zwischen der
subtropischen Bepflanzung auf die weiß schäumende Brandung. Eine schöne, raue Küste.
Der 4.4. dient der Entspannung und Bewegung, der Erkundung der Umgebung. Morgens liegt ein
dünner Wolkenschleier über dem Meer, zart zeichnet sich die nördliche, bewaldete Uferlinie ab. Auf
dem Sandstrand mit einen Felspartien startet die Wanderung bei sonnigen Wetter südlich zur Mündung des Mbhashe-Flusses in den Indischen Ozean. Mit Blick auf die Häuser des auf einem Bergücken liegenden Dorfs von The Haven, überqueren wir mit einer Fähre den Fluss. Auf einem kleinen Schiff unternehmen wir eine Fahrt in den Fluss hinein und stärken uns dabei an dem mitgeführten Essen. Der Rückweg erfolgt später wieder dem Sandstrand entlang; die Wellen des Indischen
Ozeans rollen gegen die Küste.
Nach einem Frühstück (5.4.) - mit anschließendem, mitreisendem, schwungvollem Chor des Küchenpersonals – fahren wir zurück auf die N 2 und nun auf einer welligen, grünen Hochebene mit tiefeingeschnittenen Tälern, eine zersiedelte bzw. unbesiedelte Zone, hinab nach East London am Indischen Ozean. In Küstennähe führt anschließend die Straße durch eine landschaftlich uninteressan-te Region über Port Alfred in Richtung Port Elizabeth. Wir kommen durch eine wellig BuschwaldLandschaft. In der Nähe von Port Elizabeth große, weite Flächen mit Rinderherden. Wir verlassen
nun die Küstenroute und fahren ins Landesinnere Richtung Addo Elephant Nationalpark. Die Landschaft wird leicht bergig mit Wald- und Wiesenflächen, Bauernhöhe tauchen auf sowie mit Netzen überzogenen große Zitrusplantagen. Am Horizont bewaldete Bergketten. Im Ort Addo ankommend, haben wir bei beginnender Dämmerung auf einer Fahrt mit einem offenen Geländewagen faszinierende Begegnungen mit Tieren des Addo Nationalparks. Wir erleben in unmittelbarer
Nähe u.a. drei sich relaxende, miteinander spielende Löwen, majestätisch durch den Buschwald
schreitende Giraffen sowie mehrere Springböcke/Antilopen. Zum Ausklang unterm Sternenhimmel
mit Mond dann ein vielseitiges Abendessen. Unser Quartier ist das modern eingerichtete Chalet Addo Wildlife mit reetgedecktem Haupthaus.
Am Morgen des 6.4. fahren wir mit unserm Minibus erneut in den großen Addo Elephant National-
park. Dessen reicher Wildbestand wurde Jahrzehnte lang fast bis zur Ausrottung bejagt und erst als
gerade noch elf Elefanten übrig geblieben waren, wurde 1931 der Nationalpark gegründet. Wir er-
leben u.a. Büffel, Nashörner, Warzenschweine, Zebras, verschiedenartige Antilopen und Vögelarten
mit ihren kräftig leuchtenden Farben, ein Löwenpaar und eine große Elefantengruppe in unter-
schiedlichem Alter an einer Wasserstelle – eine faszinierende Atmosphäre. Und wir beobachteten
die skurrilen Pillendreher, wie sie golfballgroße Mistkugeln, doppel so große wie sie selbst, weg
rollten - den Mist von Elefanten, Nashörnern und Büffeln. Das Männchen vergräbt die Kugel und
das Weibchen legt ein einziges Ei hinein. Wenn die Larve herauskommt, ernährt sie sich von dem
Mist.
Wir verlassen den Nationalpark und fahren an Port Elizabeth vorbei in Richtung der berühmten
Garden Route. Zunächst eine flache Landschaft, mit Rinderherden auf den Wiesen, Windräder
tauchen auf, im Hintergrund die waldbedeckten, 1000 m hohe Berge (Grootwinterhoek Mountains).
Wir gelangen in den Tsitsikamma-Nationalpark, mit den ebenfalls 1000 m hohen, grünen Tsitsi-
kammaergebirge und einer grandiosen Steilküste mit herrlichen langen Sandstränden, üppiger Vegetation und tiefen Schluchten. Nach einem Blick in die tiefe Stroms River – Schlucht fahren wir hinunter zur felsigen Küste. Mächtig donnert die Brandung mit Gischtnebel gegen die Klippen der Felsenküste. Ein faszinierender Eindruck. Durch dichten Regenwald wandern wir auf einem Pfad in die Mündung des enge Stroms River Mouth hinein. Wir entdecken dabei erneut große Gelbholzbäume und mehrere Klippschliefer, dessen Körperbau an Meerschweinchen erinnert. Leider ist die
90 m lange Hängebrücke über die Flussmündung gesperrt. Gegen Abend erreichen wir unsere
idyllisch am Fuß der Tsitsikamma-Berge gelegene Unterkunft Fernhaven. Eine in einem großen
Wiesengelände mit Pferdehaltung befindet sich die gemütlich ausgestattete Villa im kaphollän-
dischen Stil.
Unser Ziel ist heute (7.4.) Plettenberg Bay, es liegt im Zentrum der Garden Route und ist heute ein
beliebter Ferienort. 1778 erhob Gouverneur Joachim van Plettenberg den Anspruch der Holländisch
-Ostindischen Handelskompanie auf die Bucht, um einen Hafen für den Holzhandel zu bauen. Bei
der Anfahrt – wir überqueren einige Flüsse/steile Schluchten - sehen wir die über einer weite Bucht
liegende Rohberg-Halbinsel, die kilometerweit in den Indischen Ozean ragt und ein Wanderparadies
ist. Um die Halbinsel herum befinden sich herrliche Sandstränden. Von der Halbinsel Ausblicke auf
das offene Meer sowie über die weite Bucht von Plettenberg auf die im Hintergrund liegenden Ge-
birgsketten. Alle außer mir nehmen an der Klippen-Wanderung teil. Ich fahre mit Erik in die Stadt
zur Überprüfung der Autobremsen; alle Beschäftigten der Werkstatt sind Schwarze, nur der Chef
ein Weißer. Sabine unternimmt nach der Wanderung mit einem Boot den Versuch einer Walbeo-
bachtung. Am Nachmittag erhalten wir in Plettenberg Bay bei einem Rundgang Einblick in das
Township Qolweni, auf die Lebensverhältnisse Tausender Menschen, u.a. auf ihre Wasser-Strom-
Abwasser-Müll-Probleme. Plettenberg selbst ist heute ein Domicil der Oberklasse. Am Nachmittag
Pool-Vergnügen, Schlangen-Begegnung und dann am Abend wieder ein herrliches Essen mit der
unvergesslichen Charme-Offensive von Lulu. Insgesamt bleibt die Freundlichkeit der schwarzenFrauen, ihr Lächeln, in bleibender Erinnerung.
Heute (8.4.) geht es am Vormittag zunächst noch entlang der Garden Route. Unser erstes Ziel ist
Knysna, das geschützt hinter hohen Sandsteinfelsen an einer riesigen Lagune liegt. Vom Aussichts-
punkt Eastern Head eröffnet sich der Blick über die Lagune und die Mündung in den Indischen
Ozean. Es folgt George, die Hauptstadt der Garden Route. Mit herrlichen, langen Sandstrand liegt
es am Rand der bis der bis zu 1590 m hohen Outeniqua Mountains. Über dessen Pass fahren wir ins
Landesinnere in die trockene Kleine Karoo mit ihrer unendlichen Weite - eine von Gebirgsketten
umschlossene Steppen-/Halbwüstenlandschaft mit niedrigen Pflanzenwuchs und rötlich Böden. Wir
erreichen Oudtshoorn, die Straußen-Hochburg Südafrikas. Bis zum Ersten Welt-krieg war Oudtshoorn ein Weltzentrum der Straußenzucht und verdiente mit dem riesig, flugunfähigen Laufvogel ein Vermögen. In den nachfolgenden Jahrzehnten der Stagnation ist das Geschäft mit Straußen (dem fett- und kalorienarmen und beinahe cholesterinfreien roten Fleisch) wieder in Gang gekommen. Nur zehn Prozent aller Strauße in Südafrika haben das Privileg der Wildnis. Die Mehrheit der rund
600 000 Riesenvögel lebt in Aufzucht. Heute gibt es wieder zahlreiche Straußenfarmen in der Um-
gebung. In einer dieser Farm, dem Mooiplaas Guesthouse quartieren wir uns ein. Das Inhaberehe-
paar ist bereits die vierte Generation. Zunächst erhalten wir einen Einblick in den Farmalltag und
die Straußenzucht und können am Abend das Straußenfleisch genießen.
(Der Strauß ist ein seltsamer Vogel, der nicht fliegt, aber mit vier Meter langen Schritten bis zu 50 Stundenkilometer schnell
ist und 2,50 Meter groß und 150 Kilogramm schwer wird. Er hat weder Kopf noch Zähne und
schluckt daher feste Dinge wie beispielsweise Steine, um mit ihrer Hilfe seine Nahrung im Magen
zu zerkleinern. Das Männchen ist schwarz-weiß gefiedert, das Weibchen ist Erdbraun gehalten).
Den heutigen Tag (9.4.) verbringen wir auf der Route 62, Südafrikas `amerikanischsten´ Highway,
der durch die Mitte des Kleinen Karoo führt (Karoo bedeutet in der Khoi-Sprache `rau´ oder `trokken´. Es ist eine landschaftlich reizvolle Panoramastrecke durch eine bizarre, bergige und karge Berglandschaft wie Wüstenwelt (kleine, niedrige Büsche). Am sehr frühen Morgen können einige von uns noch auf einer Safari Erdmännchen bewundern. Wir starten durch die Ebene mit Blick im Norden auf die kahlen Gebirgszüge der Swartberg Mountains (bis 2.319 m hoch) und im Süden auf
die hellgrauen wie rötlichen Felsen der Outeniqua Mountains. (Ende des 18. Jahrhundert entstanden
die ersten Siedlerposten und Missionsstationen im Bergland auf den Hochebenen der Kleinen Karoo). Am Ende der Ebene erreichen wir den Ort Calitzdorp, das erste Weingut sowie das Missionsstädtchen Amalienstein. Zwischen Calitzdorp und den Karoo-Ort Ladismith, umgeben von den beiden Gipfel des Toorkop, schlängelt sich die Route 66 über den Huisrivier-Pass durch faszinierende rötliche Felsformationen wie Gebirgslandschaft. Hin und wieder fahren wir durch kleine Sied-
lungen mit farbigen Hausanstrich. Später – umrahmt von mächtigen Felsmassiven mit rötlich-braunen Flanken sowie karge Hügelketten - vorbei an in fruchtbaren Tälern liegenden, idyllische, sympathisch wirkende Städtchen wie Barrydale (bekannt für seine Rosen, Steinobst und Wein), hier beginnen die ersten landwirtschaftlichen Ansätze mit Weinbau und Zitrusfrüchten, erreichen wir das am westlichen Ran der Kleinen Karoo liegende Städtchen Montagu, was für sein luftgetrocknetes
Obstangebote bekannt ist. Anschließend fahren wir über den Kogmanskloof-Pass in Richtung Robertson, wo Reben für exzellenten Wein gedeihen sollen. Wir unternehmen im Excelior Wine Estate eine Weinverkostung an einem kleinen See (drei Rot- wie zwei Weißweine) mit nachfolgender Möglichkeit sich als Önologe auszuprobieren und diesen dann auch mitzunehmen. Vorbei am Langeberg-Massiv mit seinen roten, wild gefalteten Gesteinsschichten - in den wasserführenden
Tälern üppiges Grün - geht es auf der N 1 über Worcester durch ein 3, 9 km langes Tunnel nach Paarl, ins Weinland. Benannt nach den mächtigen Granitfelsen, die über ihr aufragen. Wir übernachen am Rande von Paarl im Retreat at Waterfall Valley, welches am Rande eines alten Olivenhain liegt; ein weitläufiges, verträumtes Grundstück mit kleinen Wasserfall. Zum Abendessen erfahren wir zu Beginn eine Olivenöl-Verköstigung. Neben den Wein ist hier der Rooibostee ein beliebtes
Getränk. Die Engländer haben die Teekultur nach Südafrika gebracht.
Nun geht es (10.4.) definitiv nachKapstadt, hier sind wir zwei volle Tage. Cape Town wird vielfach als
„die schönste Stadt der Welt“bezeichnet; sicherlich zählt sie eine `der schönsten der Welt´ bzw. befindet sich am `besten Ende der Welt´. Ich bin gespannt, welche Aspekte/Eindrücke wir erleben werden. Kapstadt war die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit; deshalb wird es gelegentlich als „Mutterstadt“ (afrikaans, englisch: Mother City) bezeichnet.
Bei der Anreise aus dem Weinland um Paarl entdecken wir schon bald das 1000 m hohe, berühmte Tafelbergmassiv, Table Mountain oder `Table of the Cape´, wie es im Jahre 1503 der portugiesische Seefahrer Antonio da Saldanha taufte. Am ersten Tag unternehmen wir eine Rundfahrt quer durch die zerklüftete, felsige Kaphalbinsel und fahren entlang der kurvenreichen Atlantikseite, später dann an der Indischen Ozean-Seite. Als erstes erreichen wir die Atlantik gelegene Bucht von Hout
Bay und haben vom südlichen Buchtende einen schönen Blick auf das reizvoll liegende ehemalige Fischerstädtchen. Wir besuchen das T-Bag Designs-Projekt und sind fasziniert von der Handwerkskunst. Die einheimischen Frauen aus den Townships stellen aus recycelten Teebeuteln u.a. Taschen, Glückwunschkarten und Notizbücher her. (Zu den herrlichen Kunsthandwerkarbeiten in Südafrika zählen auch die Arbeiten mit farbenfrohen Glasperlenarbeiten der Zulu, Xhosa und NdebeleStammes).
Anschließend fahren wir auf einen spektakulären Ab-schnitt der Küstenstraße – dem Chapman´s
Peak Drive - in den Süden der Halbinsel. Es ist ein in den Felsen gesprengter Küstenteil, der zu den
schönste Küstenstraße des Landes zählt. Ein mehrere Kilometer langes, enges, kurvenreiches
Straßenstück, das etwa 200 m steil ins Meer abstürzt und von Zwangsarbeiter bis 1922 in die
senkrechte Wand gemeißelte wurde. Die Fahrt führte nun durch das wellige, baumlose Halbinselinnere zur südlichen Spitze, zum berühmten Cape of Good Hope. Die Kap-Halbinsel zählt wegen ihrer Fynbos-Vegetation (was soviel wie Macchia bedeutet), grüne Polster und niedrige Sträucher zum Table Mountain National-Park. Am Ende der Straße, am Cape of Good Hope, liegt eine kleine Bucht, an der die Atlantik-Wellen an den mit Seehunden bevölker-ten Klippen brechen.
Ein hoher Felsenabschnitt kann erstiegen werden, er ermöglicht den Blick auf die Weite des Meeres. Anschließend geht die Fahrt zum Cape Point, von wo ein Wanderweg oder die Zahnradbahn hinauf zum alten und neuen Leuchtturm führt. Von hier oben hat man einen eindrucksvollen Blick über die steil abfallenden Klippen und falls erkennbar seine Meerestierwelt. Geographisch ist hier nicht die Südspitze des afrikanischen Kontinents, denn erst 140 Kilometer südöstlich von hier treffen am Cape Agulhas der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander.
Die Rückfahrt nach Kapstadt (etwa 45 km) führt nun an der östlichen Seite der Halbinsel, an der
False Bay entlang. (Die kuriose Bezeichnung „false“ geht auf Fehlnavigationen der frühen Seefah-
rer zurück, die nach ihren beschwerlichen Rückfahrten aus Indien dachten, die große Bucht sei nun
endlich die Tafelbucht). Auf der Fahrt über den Boyes Drive, folgt ein Fischerdorf dem anderen. Es
ist eine aussichtsreiche, hoch gelegene Straße, welche bis zum Vorort Muizenberg führt. Zum Ab-
schluß erleben wir noch am Boulders Beach eine Kolonie putziger Brillenpinguine, die sich hier
zwischen den namengebenden,, auffällig rundgeschliffenen Granitfelsen tummeln. Wir übernachten
in den nächsten beiden Tagen im The Three Boutique Hotel am Fuße des majestätischen Tafelbergs.
Von dessen Dachterrasse hat man den Blick auf Tafelberg, Lion´s Head und Devil´s Peak. Seine
markante, plateauförmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill, Lion´s Head und Devils
Peak die Skyline der Stadt.
Am nächsten Tag fahren wir am frühen Morgen mit der Seilbahn hinauf auf den mächtigen Tafel-
berg (1087 m hoher Sandsteinfelsen), das Wahrzeichen von Kapstadt. Die ursprünglichen Kap-Be-
wohner, die Khoi, nannten es Hoerikwaggo, was„aus dem Meer aufragend“ oder “Berge im Meer“
bedeutet. Auf der südlichen Abschnitt des Tafelberges lag die typische schneeweiße Wolkenkappe.
Der South-Easter weht feuchte Luftmassen vom Meer heran, die an der Südostseite des Berges auf-
steigen, abkühlen und dabei zu dicken Wolken kondensieren. Die Gondel dreht sich auf der Fahrtum die eigene Achse, so kann man einen Panoramablick geniessen, der noch auf dem Tafelberg-
plateau vertieft werden kann. Am Nachmittag erkundigen wir am Fuß des Signal-Hill die Oberstadt
Kapstadts, ihr ältestes, farbenprächtiges Viertel Bo-Kaap; es entstand Ende des 18. Jhr. Hier lebt in
Sichtweite von Synagogen und Kirchen, die muslimische geprägte Gemeinde der Mother City. Auf
kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen ziehen wir an kleinen, bunten Häusern vorbei und der
ersten offiziellen Moschee (1795), die nur von außen zu besichtigen ist, dafür aber eine der beein-
druckenden Galerien. Vorbei am Green Market Square (um eventuell noch einige kleine Einkäufe
zu erledigen) und nach einer angenehmen Jause auf einer Dachterrasse, setzen wir unseren Spazier-
gang durch die Innenstadt fort. So durch die grüne Lunge der Stadt, den Company´s Garden, vorbei
am Houses of Parliament und dem Gesang eines großen Chors. Mit dem Bus dann vorbei am res-
taurierten Werft-/Hafenviertel, Kapstadts großes Shopping- und Vergnügungsrevier, die Victoria &
Alfred Waterfront an den Strand der False Bay-Bucht und genießen den Blick auf das Tafelberg-
massiv. Unser Abendessen findet in einem Restaurant der Waterfront mit südafrikanischer Folklore-
Einlagen statt.
Am Abreisetag (12.4.) besuchen am Vormittag – vorbei an den aktiven Massen dessen gerade seit
1970 stattfindenden `Two Oceans Marathon´, er soll einer der legendärsten der Welt sein soll –
Südafrikas ältesten und größten botanischen Garten, die Kirstenbosch Botanical Gardens. Über
den ausgedehnten Rasenflächen Blick auf den Osthang des Tafelberges. Neben seinen Baum- und
Blumenschmuck (wie fast überall in Südafrika prächtige Proteas – die Nationalblume Südafrikas)
genießt der Durft- und Kräutergarten wie der Baumwipfelpfad die Aufmerksamkeit. Am späten
Nachmittag noch ein letzter Blick auf Bergketten der Kap-Halbinsel und dann heißt es Abschiednehmen von unseren äußerst sympathischen wie kompetenten Reiseführer, der wesentlich dazu Beitrug, dass wir auf eine informative, bereichernde wie eindrucksvolle Rundreise zurückblicken!
Insbesonderst faszinierende, bleibende Bilder dieses beeindruckenden Landes sind für mich das
Erleben der Tiere in den Wildparks, die abwechslungsreiche Fahrt zu den Drakensbergen, die wilde
Bergfahrt nach Lesotho, die anschließende Fahrt durch das Grasland von Transvaal Richtung Wild
Coast, die wilde Felsenküste der Garden Route, die karge Landschaft sowie Weite der Kleinen
Karoo und die Weiterfahrt zum Weinland sowie natürlich Kapstadt mit der Kap-Halbinsel. So kon-
nten wir viele Aspekte der faszinierenden Landschaft Südafrikas kennenlernen. Und fest in der Er-
innerung bleibend werden die lächend-fröhlichen Gesichter der südafrikanischen Frauen - Aus-
druck einer Leichtigkeit des Seins trotz schwieriger Lebensverhältnisse?! Und äußerst wichtig
(neben dem Guide) die wohlfühlende, aufmerksame, bei allen unseren menschlichen Unterschieden
harmonische Gruppe. Ich würde jederzeit, wenn mein Körper zustimmt, mit ihr auf reisen gehen!
Author - Dieter Hampel (Mai 2026)
Am frühen Morgen des 26.03. landet `unser´ Lufthansa-Flieger am Johannesburger Flughafen, im
Wirtschaftszentrum des Landes. Unser Reiseführer Jürgen sammelt unsere kleine 12-köpfige Gruppe
und auf geht’s im kleinen Bus Richtung Osten durch die Provinz Mpumalanga; Jürgen und unser
Fahrer Erik geben die Orientierung vor. Die Region um Johannesburg ist reich geworden durch den
Erdbau (so durch die Entdeckung der Goldvorkommen). Auf endlos gerade Straßen fahren wir zu-
nächst durch ein flaches, wenig dicht besiedeltes Land. Mächtige Kohlekraftwerke mit entsprechen-
den Abraumhalden und landwirtschaftliche Felder (Mais) sowie große Rinderfarmen bestimmen
das Landschaftsbild mit seinen roten Böden. An einer Wasserstelle sehen wir die ersten Antilopen
und Nashörner. Später verlassen wir bei eMakhazeni/Belfast die weite Ebene des Lowveld (flache
Tiefland) und die N 4.
Wir haben die hügeligen Ausläufer der Kleinen Drakensberge erreicht und fahren durch kleine,
alte Ortschaften (wie Dullstroom und Lydenburg – `Ort des Leidens´, geht auf das einst mühsame
Leben der weißen Siedler bei einer Malaria-Epedemie zurück). Wir befinden uns auf etwa 2.000
Höhenmeter. Eine schöne Tal- wie Berglandschaft mit baumlosen, abgerundeten Bergen und großen
Grasflächen. Die ersten rötlichen Felspartien kommen in Sicht und wir erreichen Ohrigstad und
unsere erste Lodge, die Hannah Game ist ein Familienbetrieb. Auf einem Hang stehen die
reetgedeckten Chalets. Vom Hang hat man einen schönen Blick über die Buschlandschaft, insbesondere
auf die vielen Antilopen, die auf den Grasflächen weiden. Vor dem Abendessen unternehmen wir
noch im Geländewagen durch den Busch und entdecken Springböcke, Gnus, Büffel und Affen.
Am nächsten Tag (27.04.) fahren wir auf das höher gelegene Highveld entlang der berühmten
Panorama Route. Zunächst führt der Weg durch große mit Netzen bedeckte Zitrusfrüchte-Plan-
tagen (kernlose Früchte nach EU-Wunsch), dann hinauf in eine bewaldete, wilde Berglandschaft.
Steil ragen senkrechte, rote Sandstein-Felsbänder der 2.000 m hohen Kleinen Drakensberge mit
einer Abbruchstufe über das Lowveld, empor. Auf engen Kurven geht es steil bergauf zum ersten
Höhepunkt des Tages, an den Rand des Blyde-River-Canyons. In einer faszinierenden 26 km lange,
rund 800 m tiefe bewaldete Schlucht, ziehen in engen Schleifen die Wassermassen ins Tal. Vom
Aussichtspunkt blicken wir über die grüne Gebirgslandschaft sowie über die Schlucht auf die imposanten Felsformationen, die aus dem Canyon aufragen, die Three Rondavels. Die gewaltigen, runden Felsen wirken wie überdimensionale afrikanische Rundhütten. Infolge feuchter Wolkenschichten bleibt uns der anschließend geplante Blick vom Aussichtspunkt God´s Window auf das 1000 m tiefer liegende Lowveld verwehrt.
Wir halten beim Sabie Wasserfall, der sich 73 m in die Schlucht stürzt. Mit einem Aufzug geht es in die Tiefe und wir wandern durch den faszinierenden, subtropischen Regenwald wieder hinauf. Dann wartet im Örtchen Graskop Harry´s Pancakes mit seinen unterschiedlichen Füllungen auf uns. Durch immer grünen Regenwald fahrend, machen wir an-
schließend bei den Lisbon-Wasserfällen einen Stopp, teils kaskadenartig stürzt das Wasser 93 m in
die Tiefe. Durch eine bergige Landschaft mit Kiefer- und Eykalyptus-Plantagen, erreichen wir das
Städtchen Sabie und genießen im Valley Coffee nach einer sachkundigen Einführung der Besitzerin
zum Anbau und Verarbeitung der Bohnen - (ihre Kaffeebohnen erhalten sie aus Sambia, die niedrigere Höhenlage von Sabie ist nicht für die Kaffeepflanzen geeignet) - eine Tasse Arabica-Kaffee mit
Schokokuchen. Anschließend fahren wir zu unserer im Wald des privaten Marloth-Naturreservat
liegende Maqueda-Lodge. Sie liegt am südlichen Eingang zum Krüger Nationalpark.
Der Krüger Nationalpark ist ein Wildtier Reservat von einer Gesamtfläche von der Größe Bayerns
und ist eine offene Gras-/Savannen-Buschlandschaft. Paul Kruger, ein „kauziger“ Bure, wurde 1883
Präsident von Transvaal. Er, selbst Großwildjäger, plädierte für die Abschaffung des Jagdrechts und
erklärte die Wildnis zwischen den Flüssen Sabie und Crocodile zum Schutzgebiet. „Für alle Zeiten“
soll ein Gebiet von dem Eingriff der Menschen bewahrt werden. 1926 wurde schließlich die Einrichtung des Kruger-Nationalparks im Parlament verabschiedet. Gegen die Einrichtung argumentierten die Urvölker der San und Khoikhoi mit ihren Ansprüchen auf Landrückgabe; schwarze Farmer und Kleinbauern, die abgetretenes Territorium zurückhaben wollte; arme Dorfbewohner,an den Parkrändern, die nicht verstanden, warum sie hungern sollten, während Wildtiere ihre spärlichen Felder verwüsteten; sowie politische Gruppen, denen die Finanzierung der ehemaligen Spielwiesen weißer Großwildjäger und betuchter Fototouristen angesichts der sozialen Verwerfungen Südafrikas zu weit ging. Der heutige Nationalpark ist Heimat von über 150 Säugetieren und über 500 Vogelarten. Auf südafrikanischer Seite leben zum Beispiel 2.000 Löwen, ca. 2.200 Nashörner und geschätzte 17.000 Elefanten – mehr sollten es aus ökologischen Gründen auch nicht sein, denn
immerhin vertilgt ein ausgewachsener Elefant ganze 200 kg Grünzeug am Tag.
Am 28.03. brechen wir am frühen Morgen mit Jürgen und einem Ranger zu einer ganztägigen
Safari auf. Im offenen Geländewagen streifen wir durch das offene Grasland und die Savanne. Eine
offene, riesige leicht wellige Buschwaldebene ohne Zäune - ein faszinierendes, unvergessliches
Erlebnis! Herden von Antilopen, so die anmutigen Impalas (nur die Männchen tragen Hörner),
Springböcke (hier tragen Männchen und Weibchen Hörner) und die größeren Kudus mit ihren
spiralförmigen Hörnern (nur die Männchen); Herden wuchtiger Gurus, Warzenschweine mit ihren
gewaltigen Hauern und leicht unterschiedlich enggestreifte Zebras; Giraffen, die majestätisch ihre Bahnen
ziehen, oft erscheinen nur ihre Köpfe, die die grünen, dornigen Akazienblätter der hohen Bäume ab-
zupfen; mächtige Elefanten mit Jungen streifen durch die Buschwelt, ebenso Hyänen. Wir erleben
ein Löwenpaar und später an einem Fluss mehrere Nilpferde und natürlich ständig eine farben-
prächtige Vogelwelt. Dies alles erleben wir teils in unmittelbarer Nähe und mit einem meist unbekümmerten Verhalten der Tiere. Die vorherrschende Stille in der endlosen Weite wird nur von Tier- oder Vogelstimmen bereichert. Von den berühmten `Big Five´ wurde nur der Leopard von uns nicht gesichtet. Nach der Rückkehr zu unserer Lodge besteht noch die Möglichkeit zu einer kleinen Wanderung durch das Marloth-Naturreservat. Der Tag schließt mit einem südafrikanischen Braai –
einem traditionellen Grillabend mit reichlich Fleisch ab.
Am nächsten Tag (29.03.) verlassen wir die Lodge und fahren in Richtung Indischen Ozean durch
eine subtropische Klimaregion mit Zitrusfrüchtenanbau, später durch triste Zuckerrohrfelder und
bis zur Grenze durch eine bewaldete, d.h. verbuschte Berglandschaft, bis wir das Königreich Eswatini (bis 2018 offiziell Swasiland) erreichen.
Eswatini ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika, es grenzt an Mosambik und Südafrika, und hat etwa 1,2 Millionen Einwohnern und ist halb so groß wie Nordrhein-Westfalen. Nationalfeiertag ist der 6. September, der Jahrestag der Unabhängigkeit (vom Vereinigten Königreich) im Jahr 1968. Die Staatsform ist faktisch eine absolute Monarchie,
die letzte absolute Monarchie Afrikas. Eswatini ist hoch verschuldet und steht wegen der Verschwendungssucht seines Herrschers vor dem Staatsbankrott. Beim Import und Export ist es stark von Südafrika abhängig. Über 90 % der Bevölkerung gehören dem Bantuvolk und der Swasi an. 90 % der Bevölkerung gehören dem Christentum an. Das Land liegt durchschnittlich etwa 700 m hoch und besteht aus fruchtbarem Hügelland.
Wir fahren von der Grenzstation zunächst zur Hauptstadt Mbabane bis der lokale Reiseleiter
Clement Maziya einsteigt und uns Aspekte „seines“ Land, das Leben der Swazi, seine Riten und
politische Struktur erklärt. Auf der Weiterfahrt durch das Ezulwini Valley und vom Talbecken zur
schön auf einer Bergkuppe gelegenen Stadt Manzini und machen später bei einem Kunsthand-
werker- sowie Swasi-Kunstmarkt stopp. Am Nachmittag starkes Gewitter. Wir übernachten in dem
auf einer Anhöhe gelegenen Mogi Boutique Hotel, welches sich in einem schönen subtropischen
Garten befindet.
Am 30.03. verlassen wir das Königreich Eswatini mit Blick auf seine vielgestaltige, bergige Land-
schaft mit vielen kleinen Dörfern/Siedlungen (einstöckige, niedrige, quadratische, verstreut liegende
Häuser), horizontale Felder sowie kantige Felsklippen bzw. abgerundete Felsklötze an den Hängen
und fahren durch eine breite, grüne Ebene (mit Bananen- und Zuckerrohranbau) auf die südafrika nische Grenze zu. Die anschließende Landschaft bis zu unserem Tagesziel St. Lucia ist plan bis wir den
Hluhluwe-Imfolozi Nationalpark erreichen.
Hier besteigen wir einen offenen Geländewagen und fahren durch eine hügelige, von Flüssen durchzogene
Buschlandschaft eines der ältesten Naturschutzgebiete Afrikas (1895). Hier leben insbesondere Breit- und Spitzmaulnashörner und Elefanten in weiten Grassavannen sowie üppiger Buschvegetation. Wir entdecken die elegant hüpfenden Nyalas, 2 Löwen, Elefanten, mehrere Wurzelschweine, einzelne Breitmaulnashörner und herrlichen
Vögeln, wuchtige Wasserbüffel die ein Schlammbad nehmen. Häufig in diesen Tagen sehen wir Fie-
berbäume (eine Akazienart), die eine Höhe bis zu 25 Meter erreichen können. Die gerundete, sich
ausgebreiteten Schirmakazien weisen sich weiterhin mit ihrer grünlich-gelben bzw. schwefel-gelben
Rinde aus. Oft, freistehend auf einen Hügel-/Bergrücken, geben sie eine beeindruckende Silhouette,
ebenso wie die schönen, mächtigen Baobab-Bäume. Auf den spätabendlichen Heimweg zu unserer
Unterkunft in St. Lucia, dem Serene Estate, entdecken wir ein mächtiges Flußpferd, welches fres-
send über die Grasflächen zieht. Ebenso begrüßt uns eine am Gartengeländer spielende Affen-
gruppe.
Unterwegs um St. Lucia (31.03.) Am Vormittag unternehmen wir mit unserem Bus eine Fahrt
durch den iSimangaliso Wetland Park, eine Landschaft mit Feuchtgebieten/Sumpfwäldern und
hohen, bewaldeten Küstendünen. Wir erleben u.a. mehrere Kundus (erfahren, dass ihr gewundenes
Geweih alle 5 Jahre eine neue Windung bekommt und wenn die Spitzen weiß werden/sind, dann ist
die Wachstumsendphase erreicht), Antilopen, Zebras, Elefanten und Warzenschweine. Am Nach-
mittag steigen wir in ein flaches Pontonboot und unternehmen auf dem Lake St. Lucia, einem
großen Mischwassersee, eine ruhige, stimmungsvolle Fahrt. Der See ist bekannt für seine große
Anzahl von Krokodilen und Flusspferden sowie viele Vogelarten (so können wir einen Weißkopf-
adler beobachten). Am faszinierendsten aber ist die Ansammlung von Flusspferden, die in unmittelbarer Bootsnähe miteinander kämpfen/spielen und ihrer massiger Kopf mit breiten Maul ihre Schneidezähne und insbesondere die unteren Eckzähne zeigt. Beeindruckend auch ihre großen Augen, die oft nur alleine bzw. zuerst aus dem Wasser auftauchen. Der Tag verabschiedet sich mit einen eindrucksvollen Sonnenuntergang- und Vollmond-Stimmung.
Heute (01.04.) geht es in den Süden. Auf langen, schnurgeraden Straßen fahren wir durch Eukalyptus-Plantagen, mit ihren nackten, senkrechten Stämmen, bis wir bei KwaDukuza ins Landesinnere abbiegen, in die Provinz Kwazulu-Natal, das Zululand, wo ein Großteil der Südafrikanischen Gschichte geschrieben wurde. Hier erinnern Schlachtfelder (die `Battlefields) an die Kämpfe zwischen Zulu, Briten und Buren. Der Stamm der Zulu ist die größte Ethnie Südafrikas. Die Provinz KwaZulu-Natal ist ihr angestammter Lebensraum. Landhungrige englische und auch deutsche Siedler
besiedelte im 19. Jhr die Region und vertrieben die hoffnungslos unterlegenen Xhosa.
Die Voortrekker, die über 10.000 weißen Siedler, ganz überwiegend Buren, drangen mit ihren Ochsenwagen im
Zuge des Großen Treck ab 1835 vom Kap aus nach Osten vor; zutiefst gläubig und entschlossen.
Unsere Strecke führt zunächst durch eine wellige, reizvolle Hügellandschaft - „die englisch anmutende, lieblich-grüne Fünfuhrtee-Hügellandschaft der Midlands“, relativ dicht besiedelt mit größeren Orte/Städtchen (teils mit Moscheen), oft in Flusstälern liegend, mit Weideflächen und Zuckerrohrplantagen. In der Nähe des Städtchens Greytown besuchten wir in der kleinen Ortschaft Hermannsburg, eine ehemalige deutsche Missionsstation (lutherisch/neuapostolisch mit Mission House
Museum), und wurden bei einer einheimischen Familie mit deutschen Wurzeln zum Essen eingela-
den. Über die viktorianische Stadt Pietermaritzburg erreichten wir das in der Nähe des Städtchens
Howick gelegene Nelson Mandela Capture Site Memoria. Neben einem beeindruckenden Museum,
markiert ein Denkmal aus Eisenstelen an Mandelas Gefangennahme am 5. August 1962, welches
der Beginn seiner 27 Jahre dauernde Haft war. Durch die Midlands mit ihren sanft gerundeten Hü-
geln, grünen Wiesen und Tälern fahrend erreichten wir – die ersten Berghänge der Drakensberge in
Sicht - unsere in der Nähe der Ortschaft Underberg gelegene Amazian Mountain River Lodge. Aus
einem verfallenen Farmhaus erschafften die Besitzer eine gemütliche Unterkunft, samt weitläufigen
Garten und Blick über ein nahe Flusstal.
Am 02.04. (Lilo wird zunächst mit einem Lied zu ihrem Geburtstag begrüßt)
geht es hinauf auf die alpin anmutende Bergwelt der Drakensberge und zum Königreich und Inselstaat Lesotho.
Die Drakensberge, bei uns konkret der östliche Abschnitt, der `uKhahlamba-Drakensberg´, ist ein bis
knapp 3500 m hoher, eindrucksvoller, alpiner Gebirgszug aus Basaltgestein. Neben bizarren Gipfeln
auch flache Bergrücken. Die extreme Verwitterung schuf tiefe Spalten, Schluchten und Wasserfällen
in den steilen Hängen. Über eine grüne Wiesenlandschaft mit kleinen Seen fahren wir nach Under-
berg und setzen uns in einen Off-road-Geländewagen. Mit mit Blick auf den baumlosen östlichen
Gebirgskamm geht es in ein Flusstal. Beidseitig steile Berghänge, zunächst grüne Graspolster, je
höher dann braune Berghänge/senkrechte Felswände mit teils rötlichen Sandsteinbändern. Nach der
Grenzdokumentierung wird das Tal immer schmaler und in einem steilen Hang mit einer Serie von
spektakulären Haarnadelkurven schraubt sich der Geländewagen auf der steinigen/felsigen, abenteuerlichen Schotterpiste den letzten 1000 Höhenmetern immer höher hinauf. Auf der Sanipass Höhe von 2876 m hier passieren wir die Grenze zum Königreich Lesotho. Wir blicken wir auf eine raue, kahle, wellige Landschaft mit Schafen und den für die Region typischen Rundhütten. In einer Rundhütte erhalten wir einen kleinen Einblick in die einheimische Kultur der Bevölkerung. Mit
einem herrlichen Blick auf das weite, lang-gestreckte Gebirgstal erleben wir erneut die holprige Rückfahrt; am linken Talhang bilden hintereinander gereihte grüne Bergwellen an den Hang ein stimmungsvolles Bild.
Der nächste Tag (03.04.) führt durch die herrlichen, grünen, welligen Ausläufer der Drakensberge
mit Blick auf dessen östlichen Gebirgszüge. Morgennebel liegt über den Tälern, die Bäume zeigen
erste herbstliche Färbung. Eine sanfte, ruhige, schöne Hügelfläche mit Schafen und Rindern und in
der weiten Sicht kleine pyramidenförmige Kegel- wie Tafelberge, vorbei an kleinen Flusstälern
sowie Siedlungen. Im Städtchen Kokstad machen wir eine Kaffeepause. Danach geht es auf der N 2
Richtung Süden/East London am Indischen Ozean. Wir verlieren an Höhe, durchqueren breite, tiefe
Flusstäler, vorbei an Siedlungen mit kleinen einstöckigen Häusern, und teils kleine Moscheen. Im
Bus machen Macadomia-Nüsse und Biltong (trockenes Fleisch) wie oft die Runde. Wir befinden
uns in den ländlichen Gebiet des ehemaligen Homeland Transkei, das Stammland der Xhosa mit
ihren traditionellen Rundhütten. Endlose Weite mit flachen Bergen/Hügeln und trockenen Gras-
flächen - selten Waldflächen. Bizarre, mächtige Baobads (Affenbrotbäume) überragen hin und
wieder die Grassavanne. So erreichen wir die große Stadt Mthatha/Umtata und anschließend das
Xhosa-Dorf Qunu, der Region, in der Nelson Mandela seine Kindheit verbrachte. Kurz nach Qunu
verlassen wir die N 2 und fahren auf einer kleinen Stichstraße zur `Wild Coast´ – der wilden Küste
der Xhosa. Sie verdankt ihren Namen vorgelagerten Riffen und Untiefen, die zahlreiche Schiffe auf
Grund brachten – eine wilde, zerklüftete Küstenlinie mit steilen Klippen/Riffen und feinen
Sandbuchten. Unser Seagulls Beach Hotel liegt direkt an der naturbelassenen Wild Coast, umgeben
von sanften Hügeln und Strandwäldern. Auf der Terrasse Blick über das Meer und zwischen der
subtropischen Bepflanzung auf die weiß schäumende Brandung. Eine schöne, raue Küste.
Der 4.4. dient der Entspannung und Bewegung, der Erkundung der Umgebung. Morgens liegt ein
dünner Wolkenschleier über dem Meer, zart zeichnet sich die nördliche, bewaldete Uferlinie ab. Auf
dem Sandstrand mit einen Felspartien startet die Wanderung bei sonnigen Wetter südlich zur Mündung des Mbhashe-Flusses in den Indischen Ozean. Mit Blick auf die Häuser des auf einem Bergücken liegenden Dorfs von The Haven, überqueren wir mit einer Fähre den Fluss. Auf einem kleinen Schiff unternehmen wir eine Fahrt in den Fluss hinein und stärken uns dabei an dem mitgeführten Essen. Der Rückweg erfolgt später wieder dem Sandstrand entlang; die Wellen des Indischen
Ozeans rollen gegen die Küste.
Nach einem Frühstück (5.4.) - mit anschließendem, mitreisendem, schwungvollem Chor des Küchenpersonals – fahren wir zurück auf die N 2 und nun auf einer welligen, grünen Hochebene mit tiefeingeschnittenen Tälern, eine zersiedelte bzw. unbesiedelte Zone, hinab nach East London am Indischen Ozean. In Küstennähe führt anschließend die Straße durch eine landschaftlich uninteressan-te Region über Port Alfred in Richtung Port Elizabeth. Wir kommen durch eine wellig BuschwaldLandschaft. In der Nähe von Port Elizabeth große, weite Flächen mit Rinderherden. Wir verlassen
nun die Küstenroute und fahren ins Landesinnere Richtung Addo Elephant Nationalpark. Die Landschaft wird leicht bergig mit Wald- und Wiesenflächen, Bauernhöhe tauchen auf sowie mit Netzen überzogenen große Zitrusplantagen. Am Horizont bewaldete Bergketten. Im Ort Addo ankommend, haben wir bei beginnender Dämmerung auf einer Fahrt mit einem offenen Geländewagen faszinierende Begegnungen mit Tieren des Addo Nationalparks. Wir erleben in unmittelbarer
Nähe u.a. drei sich relaxende, miteinander spielende Löwen, majestätisch durch den Buschwald
schreitende Giraffen sowie mehrere Springböcke/Antilopen. Zum Ausklang unterm Sternenhimmel
mit Mond dann ein vielseitiges Abendessen. Unser Quartier ist das modern eingerichtete Chalet Addo Wildlife mit reetgedecktem Haupthaus.
Am Morgen des 6.4. fahren wir mit unserm Minibus erneut in den großen Addo Elephant National-
park. Dessen reicher Wildbestand wurde Jahrzehnte lang fast bis zur Ausrottung bejagt und erst als
gerade noch elf Elefanten übrig geblieben waren, wurde 1931 der Nationalpark gegründet. Wir er-
leben u.a. Büffel, Nashörner, Warzenschweine, Zebras, verschiedenartige Antilopen und Vögelarten
mit ihren kräftig leuchtenden Farben, ein Löwenpaar und eine große Elefantengruppe in unter-
schiedlichem Alter an einer Wasserstelle – eine faszinierende Atmosphäre. Und wir beobachteten
die skurrilen Pillendreher, wie sie golfballgroße Mistkugeln, doppel so große wie sie selbst, weg
rollten - den Mist von Elefanten, Nashörnern und Büffeln. Das Männchen vergräbt die Kugel und
das Weibchen legt ein einziges Ei hinein. Wenn die Larve herauskommt, ernährt sie sich von dem
Mist.
Wir verlassen den Nationalpark und fahren an Port Elizabeth vorbei in Richtung der berühmten
Garden Route. Zunächst eine flache Landschaft, mit Rinderherden auf den Wiesen, Windräder
tauchen auf, im Hintergrund die waldbedeckten, 1000 m hohe Berge (Grootwinterhoek Mountains).
Wir gelangen in den Tsitsikamma-Nationalpark, mit den ebenfalls 1000 m hohen, grünen Tsitsi-
kammaergebirge und einer grandiosen Steilküste mit herrlichen langen Sandstränden, üppiger Vegetation und tiefen Schluchten. Nach einem Blick in die tiefe Stroms River – Schlucht fahren wir hinunter zur felsigen Küste. Mächtig donnert die Brandung mit Gischtnebel gegen die Klippen der Felsenküste. Ein faszinierender Eindruck. Durch dichten Regenwald wandern wir auf einem Pfad in die Mündung des enge Stroms River Mouth hinein. Wir entdecken dabei erneut große Gelbholzbäume und mehrere Klippschliefer, dessen Körperbau an Meerschweinchen erinnert. Leider ist die
90 m lange Hängebrücke über die Flussmündung gesperrt. Gegen Abend erreichen wir unsere
idyllisch am Fuß der Tsitsikamma-Berge gelegene Unterkunft Fernhaven. Eine in einem großen
Wiesengelände mit Pferdehaltung befindet sich die gemütlich ausgestattete Villa im kaphollän-
dischen Stil.
Unser Ziel ist heute (7.4.) Plettenberg Bay, es liegt im Zentrum der Garden Route und ist heute ein
beliebter Ferienort. 1778 erhob Gouverneur Joachim van Plettenberg den Anspruch der Holländisch
-Ostindischen Handelskompanie auf die Bucht, um einen Hafen für den Holzhandel zu bauen. Bei
der Anfahrt – wir überqueren einige Flüsse/steile Schluchten - sehen wir die über einer weite Bucht
liegende Rohberg-Halbinsel, die kilometerweit in den Indischen Ozean ragt und ein Wanderparadies
ist. Um die Halbinsel herum befinden sich herrliche Sandstränden. Von der Halbinsel Ausblicke auf
das offene Meer sowie über die weite Bucht von Plettenberg auf die im Hintergrund liegenden Ge-
birgsketten. Alle außer mir nehmen an der Klippen-Wanderung teil. Ich fahre mit Erik in die Stadt
zur Überprüfung der Autobremsen; alle Beschäftigten der Werkstatt sind Schwarze, nur der Chef
ein Weißer. Sabine unternimmt nach der Wanderung mit einem Boot den Versuch einer Walbeo-
bachtung. Am Nachmittag erhalten wir in Plettenberg Bay bei einem Rundgang Einblick in das
Township Qolweni, auf die Lebensverhältnisse Tausender Menschen, u.a. auf ihre Wasser-Strom-
Abwasser-Müll-Probleme. Plettenberg selbst ist heute ein Domicil der Oberklasse. Am Nachmittag
Pool-Vergnügen, Schlangen-Begegnung und dann am Abend wieder ein herrliches Essen mit der
unvergesslichen Charme-Offensive von Lulu. Insgesamt bleibt die Freundlichkeit der schwarzenFrauen, ihr Lächeln, in bleibender Erinnerung.
Heute (8.4.) geht es am Vormittag zunächst noch entlang der Garden Route. Unser erstes Ziel ist
Knysna, das geschützt hinter hohen Sandsteinfelsen an einer riesigen Lagune liegt. Vom Aussichts-
punkt Eastern Head eröffnet sich der Blick über die Lagune und die Mündung in den Indischen
Ozean. Es folgt George, die Hauptstadt der Garden Route. Mit herrlichen, langen Sandstrand liegt
es am Rand der bis der bis zu 1590 m hohen Outeniqua Mountains. Über dessen Pass fahren wir ins
Landesinnere in die trockene Kleine Karoo mit ihrer unendlichen Weite - eine von Gebirgsketten
umschlossene Steppen-/Halbwüstenlandschaft mit niedrigen Pflanzenwuchs und rötlich Böden. Wir
erreichen Oudtshoorn, die Straußen-Hochburg Südafrikas. Bis zum Ersten Welt-krieg war Oudtshoorn ein Weltzentrum der Straußenzucht und verdiente mit dem riesig, flugunfähigen Laufvogel ein Vermögen. In den nachfolgenden Jahrzehnten der Stagnation ist das Geschäft mit Straußen (dem fett- und kalorienarmen und beinahe cholesterinfreien roten Fleisch) wieder in Gang gekommen. Nur zehn Prozent aller Strauße in Südafrika haben das Privileg der Wildnis. Die Mehrheit der rund
600 000 Riesenvögel lebt in Aufzucht. Heute gibt es wieder zahlreiche Straußenfarmen in der Um-
gebung. In einer dieser Farm, dem Mooiplaas Guesthouse quartieren wir uns ein. Das Inhaberehe-
paar ist bereits die vierte Generation. Zunächst erhalten wir einen Einblick in den Farmalltag und
die Straußenzucht und können am Abend das Straußenfleisch genießen.
(Der Strauß ist ein seltsamer Vogel, der nicht fliegt, aber mit vier Meter langen Schritten bis zu 50 Stundenkilometer schnell
ist und 2,50 Meter groß und 150 Kilogramm schwer wird. Er hat weder Kopf noch Zähne und
schluckt daher feste Dinge wie beispielsweise Steine, um mit ihrer Hilfe seine Nahrung im Magen
zu zerkleinern. Das Männchen ist schwarz-weiß gefiedert, das Weibchen ist Erdbraun gehalten).
Den heutigen Tag (9.4.) verbringen wir auf der Route 62, Südafrikas `amerikanischsten´ Highway,
der durch die Mitte des Kleinen Karoo führt (Karoo bedeutet in der Khoi-Sprache `rau´ oder `trokken´. Es ist eine landschaftlich reizvolle Panoramastrecke durch eine bizarre, bergige und karge Berglandschaft wie Wüstenwelt (kleine, niedrige Büsche). Am sehr frühen Morgen können einige von uns noch auf einer Safari Erdmännchen bewundern. Wir starten durch die Ebene mit Blick im Norden auf die kahlen Gebirgszüge der Swartberg Mountains (bis 2.319 m hoch) und im Süden auf
die hellgrauen wie rötlichen Felsen der Outeniqua Mountains. (Ende des 18. Jahrhundert entstanden
die ersten Siedlerposten und Missionsstationen im Bergland auf den Hochebenen der Kleinen Karoo). Am Ende der Ebene erreichen wir den Ort Calitzdorp, das erste Weingut sowie das Missionsstädtchen Amalienstein. Zwischen Calitzdorp und den Karoo-Ort Ladismith, umgeben von den beiden Gipfel des Toorkop, schlängelt sich die Route 66 über den Huisrivier-Pass durch faszinierende rötliche Felsformationen wie Gebirgslandschaft. Hin und wieder fahren wir durch kleine Sied-
lungen mit farbigen Hausanstrich. Später – umrahmt von mächtigen Felsmassiven mit rötlich-braunen Flanken sowie karge Hügelketten - vorbei an in fruchtbaren Tälern liegenden, idyllische, sympathisch wirkende Städtchen wie Barrydale (bekannt für seine Rosen, Steinobst und Wein), hier beginnen die ersten landwirtschaftlichen Ansätze mit Weinbau und Zitrusfrüchten, erreichen wir das am westlichen Ran der Kleinen Karoo liegende Städtchen Montagu, was für sein luftgetrocknetes
Obstangebote bekannt ist. Anschließend fahren wir über den Kogmanskloof-Pass in Richtung Robertson, wo Reben für exzellenten Wein gedeihen sollen. Wir unternehmen im Excelior Wine Estate eine Weinverkostung an einem kleinen See (drei Rot- wie zwei Weißweine) mit nachfolgender Möglichkeit sich als Önologe auszuprobieren und diesen dann auch mitzunehmen. Vorbei am Langeberg-Massiv mit seinen roten, wild gefalteten Gesteinsschichten - in den wasserführenden
Tälern üppiges Grün - geht es auf der N 1 über Worcester durch ein 3, 9 km langes Tunnel nach Paarl, ins Weinland. Benannt nach den mächtigen Granitfelsen, die über ihr aufragen. Wir übernachen am Rande von Paarl im Retreat at Waterfall Valley, welches am Rande eines alten Olivenhain liegt; ein weitläufiges, verträumtes Grundstück mit kleinen Wasserfall. Zum Abendessen erfahren wir zu Beginn eine Olivenöl-Verköstigung. Neben den Wein ist hier der Rooibostee ein beliebtes
Getränk. Die Engländer haben die Teekultur nach Südafrika gebracht.
Nun geht es (10.4.) definitiv nachKapstadt, hier sind wir zwei volle Tage. Cape Town wird vielfach als
„die schönste Stadt der Welt“bezeichnet; sicherlich zählt sie eine `der schönsten der Welt´ bzw. befindet sich am `besten Ende der Welt´. Ich bin gespannt, welche Aspekte/Eindrücke wir erleben werden. Kapstadt war die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit; deshalb wird es gelegentlich als „Mutterstadt“ (afrikaans, englisch: Mother City) bezeichnet.
Bei der Anreise aus dem Weinland um Paarl entdecken wir schon bald das 1000 m hohe, berühmte Tafelbergmassiv, Table Mountain oder `Table of the Cape´, wie es im Jahre 1503 der portugiesische Seefahrer Antonio da Saldanha taufte. Am ersten Tag unternehmen wir eine Rundfahrt quer durch die zerklüftete, felsige Kaphalbinsel und fahren entlang der kurvenreichen Atlantikseite, später dann an der Indischen Ozean-Seite. Als erstes erreichen wir die Atlantik gelegene Bucht von Hout
Bay und haben vom südlichen Buchtende einen schönen Blick auf das reizvoll liegende ehemalige Fischerstädtchen. Wir besuchen das T-Bag Designs-Projekt und sind fasziniert von der Handwerkskunst. Die einheimischen Frauen aus den Townships stellen aus recycelten Teebeuteln u.a. Taschen, Glückwunschkarten und Notizbücher her. (Zu den herrlichen Kunsthandwerkarbeiten in Südafrika zählen auch die Arbeiten mit farbenfrohen Glasperlenarbeiten der Zulu, Xhosa und NdebeleStammes).
Anschließend fahren wir auf einen spektakulären Ab-schnitt der Küstenstraße – dem Chapman´s
Peak Drive - in den Süden der Halbinsel. Es ist ein in den Felsen gesprengter Küstenteil, der zu den
schönste Küstenstraße des Landes zählt. Ein mehrere Kilometer langes, enges, kurvenreiches
Straßenstück, das etwa 200 m steil ins Meer abstürzt und von Zwangsarbeiter bis 1922 in die
senkrechte Wand gemeißelte wurde. Die Fahrt führte nun durch das wellige, baumlose Halbinselinnere zur südlichen Spitze, zum berühmten Cape of Good Hope. Die Kap-Halbinsel zählt wegen ihrer Fynbos-Vegetation (was soviel wie Macchia bedeutet), grüne Polster und niedrige Sträucher zum Table Mountain National-Park. Am Ende der Straße, am Cape of Good Hope, liegt eine kleine Bucht, an der die Atlantik-Wellen an den mit Seehunden bevölker-ten Klippen brechen.
Ein hoher Felsenabschnitt kann erstiegen werden, er ermöglicht den Blick auf die Weite des Meeres. Anschließend geht die Fahrt zum Cape Point, von wo ein Wanderweg oder die Zahnradbahn hinauf zum alten und neuen Leuchtturm führt. Von hier oben hat man einen eindrucksvollen Blick über die steil abfallenden Klippen und falls erkennbar seine Meerestierwelt. Geographisch ist hier nicht die Südspitze des afrikanischen Kontinents, denn erst 140 Kilometer südöstlich von hier treffen am Cape Agulhas der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander.
Die Rückfahrt nach Kapstadt (etwa 45 km) führt nun an der östlichen Seite der Halbinsel, an der
False Bay entlang. (Die kuriose Bezeichnung „false“ geht auf Fehlnavigationen der frühen Seefah-
rer zurück, die nach ihren beschwerlichen Rückfahrten aus Indien dachten, die große Bucht sei nun
endlich die Tafelbucht). Auf der Fahrt über den Boyes Drive, folgt ein Fischerdorf dem anderen. Es
ist eine aussichtsreiche, hoch gelegene Straße, welche bis zum Vorort Muizenberg führt. Zum Ab-
schluß erleben wir noch am Boulders Beach eine Kolonie putziger Brillenpinguine, die sich hier
zwischen den namengebenden,, auffällig rundgeschliffenen Granitfelsen tummeln. Wir übernachten
in den nächsten beiden Tagen im The Three Boutique Hotel am Fuße des majestätischen Tafelbergs.
Von dessen Dachterrasse hat man den Blick auf Tafelberg, Lion´s Head und Devil´s Peak. Seine
markante, plateauförmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill, Lion´s Head und Devils
Peak die Skyline der Stadt.
Am nächsten Tag fahren wir am frühen Morgen mit der Seilbahn hinauf auf den mächtigen Tafel-
berg (1087 m hoher Sandsteinfelsen), das Wahrzeichen von Kapstadt. Die ursprünglichen Kap-Be-
wohner, die Khoi, nannten es Hoerikwaggo, was„aus dem Meer aufragend“ oder “Berge im Meer“
bedeutet. Auf der südlichen Abschnitt des Tafelberges lag die typische schneeweiße Wolkenkappe.
Der South-Easter weht feuchte Luftmassen vom Meer heran, die an der Südostseite des Berges auf-
steigen, abkühlen und dabei zu dicken Wolken kondensieren. Die Gondel dreht sich auf der Fahrtum die eigene Achse, so kann man einen Panoramablick geniessen, der noch auf dem Tafelberg-
plateau vertieft werden kann. Am Nachmittag erkundigen wir am Fuß des Signal-Hill die Oberstadt
Kapstadts, ihr ältestes, farbenprächtiges Viertel Bo-Kaap; es entstand Ende des 18. Jhr. Hier lebt in
Sichtweite von Synagogen und Kirchen, die muslimische geprägte Gemeinde der Mother City. Auf
kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen ziehen wir an kleinen, bunten Häusern vorbei und der
ersten offiziellen Moschee (1795), die nur von außen zu besichtigen ist, dafür aber eine der beein-
druckenden Galerien. Vorbei am Green Market Square (um eventuell noch einige kleine Einkäufe
zu erledigen) und nach einer angenehmen Jause auf einer Dachterrasse, setzen wir unseren Spazier-
gang durch die Innenstadt fort. So durch die grüne Lunge der Stadt, den Company´s Garden, vorbei
am Houses of Parliament und dem Gesang eines großen Chors. Mit dem Bus dann vorbei am res-
taurierten Werft-/Hafenviertel, Kapstadts großes Shopping- und Vergnügungsrevier, die Victoria &
Alfred Waterfront an den Strand der False Bay-Bucht und genießen den Blick auf das Tafelberg-
massiv. Unser Abendessen findet in einem Restaurant der Waterfront mit südafrikanischer Folklore-
Einlagen statt.
Am Abreisetag (12.4.) besuchen am Vormittag – vorbei an den aktiven Massen dessen gerade seit
1970 stattfindenden `Two Oceans Marathon´, er soll einer der legendärsten der Welt sein soll –
Südafrikas ältesten und größten botanischen Garten, die Kirstenbosch Botanical Gardens. Über
den ausgedehnten Rasenflächen Blick auf den Osthang des Tafelberges. Neben seinen Baum- und
Blumenschmuck (wie fast überall in Südafrika prächtige Proteas – die Nationalblume Südafrikas)
genießt der Durft- und Kräutergarten wie der Baumwipfelpfad die Aufmerksamkeit. Am späten
Nachmittag noch ein letzter Blick auf Bergketten der Kap-Halbinsel und dann heißt es Abschiednehmen von unseren äußerst sympathischen wie kompetenten Reiseführer, der wesentlich dazu Beitrug, dass wir auf eine informative, bereichernde wie eindrucksvolle Rundreise zurückblicken!
Insbesonderst faszinierende, bleibende Bilder dieses beeindruckenden Landes sind für mich das
Erleben der Tiere in den Wildparks, die abwechslungsreiche Fahrt zu den Drakensbergen, die wilde
Bergfahrt nach Lesotho, die anschließende Fahrt durch das Grasland von Transvaal Richtung Wild
Coast, die wilde Felsenküste der Garden Route, die karge Landschaft sowie Weite der Kleinen
Karoo und die Weiterfahrt zum Weinland sowie natürlich Kapstadt mit der Kap-Halbinsel. So kon-
nten wir viele Aspekte der faszinierenden Landschaft Südafrikas kennenlernen. Und fest in der Er-
innerung bleibend werden die lächend-fröhlichen Gesichter der südafrikanischen Frauen - Aus-
druck einer Leichtigkeit des Seins trotz schwieriger Lebensverhältnisse?! Und äußerst wichtig
(neben dem Guide) die wohlfühlende, aufmerksame, bei allen unseren menschlichen Unterschieden
harmonische Gruppe. Ich würde jederzeit, wenn mein Körper zustimmt, mit ihr auf reisen gehen!
Author - Dieter Hampel (Mai 2026)